Hallo, weiß nicht in welche Rubrik ich dieses Thema stellen könnte (Fragen und Antworten? Aber es ist ja kein gesundheitliches Thema...???) - Auf jeden Fall: Am Donnerstag erwarten wir eine Kindergruppe zum "Projekttag Hund" und Jèlo ist natürlich auch dabei. Jeder Hundebesitzer wird vor den Vorführungen seinen Hund kurz vorstellen mit Rasse, Herkunftsland, Arbeitsgebiet usw. Bei unserer Vorbesprechung kam die Diskussion darüber auf, warum Wasserhunde so lockiges Fell hätten, muss ja einen Grund gehabt haben, dass es solche Lockenbären wurden. Habe auch Portugiesen und Spanier in der Hundeschule, aber kein Besitzer wußte wirklich eine Antwort. Meine Vermutung (aber echt auch nur eine vage Vermutung) war, dass durch die Locken mehr Luft im Fell ist, um für mehr Auftrieb im Wasser zu sorgen Andererseits bin ich auch verwundert, dass es doch recht lange dauert bis Jèlos Fell wieder trocknet nach dem Schwimmen oder einem Regenspaziergang. Kommt mir deutlich länger vor als bei unseren früheren Hunden. Ist eigentlich nicht logisch, denn ein Hund der viel im Wasser ist sollte doch eigentlich ein schnell-trocknendes Fell haben, oder nicht? Hm, kann mir jemand die Gründe nennen - möglichst noch vor Donnerstag ? Lieben Dank und neugierige Grüße, Dorothee
P.S. Und dann ist es noch so, dass Jèlos braune Flecken ein viel seidigeres, weicheres Haar haben als das braun-geschimmelte Fell, dieses ist richtig derb und fast kraus an manchen Stellen. Schade, dass die Löckchen schon bald wieder abgeschoren werden...
hier ein kleiner Versuch zur Erklärung (wie immer natürlich mit meinen eigenen Gedanken/Sichtweisen)
Die von dir genannten Wasserapportierhunde kommen alle aus derselben Linie..... Pudel, Portugiesen, Spanier, Italiener (wir wollen ja nicht rassistisch sein), also die Lockenpracht, resp. das dichte gelockte Fell ist erwünscht vererbt.
Weshalb? Beim Lagotto ist es ganz klar erwünscht, damit er sich im dichten Wald (Dornen) keine Verletzungen zuzieht und eigentlich sollte der Hund im Wasser gar nicht bis zur Haut nass werden, sodass auch der Lagotto bei Eiseskälte noch im Wasser arbeiten kann.
Der Lagotto war ein unermüdlicher Wasserhund, der auch sogar bei vereisten Seen noch ins Wasser ging und vielleicht durch den Schutz des Felles keine Verletzungen der Haut (Eis) erfuhr (dies Spekulation)
Das mit den Verletzungen kann ich bei Aysha wirklich nachvollziehen, sie geht in Dornenbüsche, Brombeeren zum trüffeln und es interessiert sie überhaupt nicht, sie zieht einfach weiter, wenn sie hängenbleibt und hinterlässt dann und wann mal eine Locke bei den Dornen
Aysha ist eine Hündin mit braunem Fell, sie hat sehr feines Haar und nicht die Dichte, wie bei einem roano Typ. Grimo hingegen hat eine unglaublich dichte Locke und wird tatsächlich nicht bis au die Haut nass, wenn er nicht grad geschoren ist.
Sodele, hoffe, dass ich dir mit meinen Gedanken etwas helfen konnte.
Grüessli, Denise
"wo kämen wir hin, wenn alle sagen: "wo kämen wir hin?", und niemand ginge einmal zu schauen, wohin man käme, wenn man ginge?" - Kurt Marti -
Für mich gibt es sehr genaue parallelen zu dem: punkt 12:00 Uhr schlägt die Glocke und das Gartentor fliegt ohne irgendwelches zutun zu. Wieso das zusammenhängt? Ganz einfach, es ist beides purer Zufall!
Denn mit dem Wasser hat es bestimmt nichts zu tun, sonst hätten die Flatcoat's ja auch "kruseli". Natürlich sind die Fläts erst etwa 120 Jahre alt, doch die Geschichte sagt uns, das der der Flät um das Jahr 1850 zum ersten Mal gezüchtet wurde. Außer dem St. Johnsdog waren vermutlich noch Setter, Sheepdogs und Water Spaniels an der Entstehung der Rasse beteiligt. Trotzdem hat er keine locken...., ist aber eine Wasserrate und wurde ursprünglich zum gleichen Zweck wie der Lagotto gehalten. Hauptsächlich war aber der St. Johnsdog die Grundlage und der war definitiv nicht gelockt. Ich glaube nicht, dass es irgendjemanden vor 200 Jahren interessierte, ab glattes oder gelocktes Fell besser oder eben nicht für den Hund waren. Vielmehr war die Leistung entscheidend. Fläts die jagtlich arbeiten, sind meistens auch von Dornen gekennzeichnet, nämlich mit weissen haaren von den Verletzungen, aber das ist den Hunden egal! Umgekehrt kommt mir kein Hund in den Sinn, der „gekrüselt“ ist, aber grundsätzlich nicht ins Wasser geht. Also ich denke es war eine Laune der Natur ohne irgendwelche hintergedanken, den Strom gab es damals ja noch keinen! Vermutlich ein Gendefekt mit netten Folgen, also ein Mutant im eigentlichen Sinn.
Und noch was: Wenn Locken was mit dem Wasser zu tun hätten, müssen Biber, Fischotter und Co. auch Locken haben, obschon, Schuppen haben sie ja auch keine? Die Natur hat halt immer noch ihre gut Behüteten Geheimnisse, das ist auch gut so.
Gruss Stephan
In jeder Minute, die man mit Aerger verbringt, verpasst man 60 glückliche Sekunden. (William Sornerset Maugham)
die Natur hat ganz bestimmt nichts getan, jedoch der Mensch und seine Art der Selektion. Dass dies alles einfach nur Zufall sein soll glaube ich nicht, denn der Mensch selektioniert nicht zufällig und bestimmt hat es vor 200 Jahren die Leute (welche Züchteten) interessiert, wie die Hunde aussehen, mehr aber interessierte die Zweckmässigkeit und der Nutzen. Natürlich kann es sein, dass es kein Hintergedanke war, der einem "Züchter" im Kopf war, als er die Locken als züchterisch wertvoll empfand und nach diesem Kriterium selektionierte.
Die Urrassen wurden ganz klar nach ihren Aufgabengebieten selektioniert, so mussten Herdenschutzhunde gross, mächtig, furchtlos weiss und sehr selbständig sein, Herdentreibhunde hingegen eher schmal, wendig und schnell .... Molosser mussten gross und furchtlos sein, für den Kampf geeignet usw.
So denke ich, dass sich diejenigen, welche diese Rassen reinzüchteten schon Gedanken machten, welche, vielleicht schreibt man einmal den Herrn Morsiani an, der vielleicht mehr darüber weiss?
Von Gendefekt oder netter Mutation würde ich da nicht reden, aber es sprengt hier den Rahmen die ganze Geschichte (15'000 Jahre) des Haushundes nieder zu schreiben
Grüessli, Denise
"wo kämen wir hin, wenn alle sagen: "wo kämen wir hin?", und niemand ginge einmal zu schauen, wohin man käme, wenn man ginge?" - Kurt Marti -
Ganz kurz zum Kindertag: Jèlo war anfangs etwas verwirrt, erst bellte eine BernerSennenhündin und quasi gleichzeitig wedelte eine Frau mit ihrer Schirmmütze in seine Richtung, als die Leute eintraten - war wohl etwas viel für den kleinen Mann zwischen all den fremden Leuten, das Schwänzchen senkte sich deutlich Ich legte ihn daher zunächst etwas abseits in den Schatten, wo er das Geschehen gut beobachten konnte. Habe mich dann erst nach einigen Minuen in die Vorführungen eingeklinkt und über die Arbeit hat Jèlo schnell wieder an Sicherheit gewonnen. Wohl war ein Auge immer bei den Zuschauern, aber er hat seine Leckerchen gerne gefressen , ist begeistert Skateboard gefahren (sowieso seine Lieblingsübung ) und fand es toll, als die Kinder selbstgebackene Leckerlis an alle Hunde verfütterten. Im Kreise seiner Hundefreunde sich den Bauch vollzumampfen -cool... Viele Grüße von Dorothee und Jèlo