Hallo, nachdem Jèlo und unser Pferdchen nun ein richtig gutes Team geworden sind und ich merke, dass Hund und Pferd Bindung zueinander aufgebaut haben, möchte ich so langsam dazu übergehen, dass Jèlo auch teilweise frei mitlaufen darf. Bislang war er immer angeleint (und das geht super-gut, er achtet genau auf die richtige Höhe und den richtigen Abstand zum Pferd, das hat der Kleine wirklich gut verstanden). Jetzt zwei Fragen zum Freilauf am Pferd: In den höheren Tempi hält Jèlo lässig mit, würde voraussichtlich sogar vor den Pferden laufen. Ich denke nicht, dass er direkt vor das Pferd laufen würde - aber sicher bin ich natürlich nicht...Risiko eingehen? Die Pferde weichen nicht aus. Da Jèlo jedoch auch Respekt vor den Pferdchen hat, nimmt er sich eigentlich schon in Acht. Aber gleichzeitig ist er so begeistert am Mitrennen ("Je schneller, desto spassiger"), dass er sich womöglich mal eine Sekunde "vergisst"??? Das wäre fatal.
Wenn fremde Menschen/Hunde im Gelände auftauchen, dann herrscht bei uns am Hof die Idee vor, dass der Reiter mit seinem (noch auszubildenden, jungen) Reitbegleithund umkehrt und sofort wegtrabt/-galoppiert. So würde der Hund lernen, nicht die fremden Menschen/Hunde sind interessant sondern sich sofort wieder dem eigenen Mensch-Pferd-Team anschließt. Einige Zeit praktiziert, verliere so der Reitbegleithund das Interesse an Fremden und achtet nur noch auf das eigene Pferd. Ich sehe, dass so trainierte Hunde tatsächlich stark auf das eigene Pferd fixiert bleiben, gerade wenn Fremde auftauchen und quasi nicht mehr dorthin gehen wollen (weil sie davon ausgehen, dass das eigene Pferd sogleich abdrehen und weggaloppieren wird). Andererseits gebe ich so natürlich auch jegliche Kontrolle auf und hoffe einfach (blau-äugig?), dass alles klappen wird. Das widerstrebt mir grundsätzlich, da ich gerade beim Training des jungen Hundes sehr auf Kontrolle durch den Menschen achte und eher kein Risiko eingehe, sondern möglichst viel/alles absichere. Gehe ich nach der Hofeigenen-Trainingsidee vor, würde ich meinem Trainingsgrundsatz der möglichst umfassenden Kontrolle in diesem Bereich also untreu. Hm. Bin echt hin- und hergerissen und bin mir unklar, wie ich vorgehen will. Jèlo ist ein eigenständiger, sicherer Typ, der (das ist ja auch sein Job) selbständig mit Fremden Kontakt aufnehmen soll/darf. Beim Ausreiten will ich das aber natürlich nicht. An der Leine ist das alles kein Thema, würde sagen zu 80 Prozent sicher, dass er auf das Pferd fixiert bleibt, wenn Fremde passieren.
Wie seid ihr denn jeweils vorgegangen: Den jungen Hund gleich relativ frei am Pferde mitgenommen oder eher über Leinenkontrolle? Wie macht ihr das, dass der junge Hund nicht zu fremden Menschen/Hunden hingeht, die plötzlich auftauchen sondern am Pferd bleibt? Beim Reiten muss man ja auch immer einen Teil der Aufmerksamkeit am Pferd belassen und kann nicht immer sofort Maßnahmen für den Hund ausführen - gerade junge Hunde brauchen aber auch noch viel Konzentration und schnelle Reaktion des Menschen in schwierigen Begegnungssituationen. Wie sind denn Eure Erfahrungen dazu? Viele Grüße, Dorothee
Hallo Dorothe Also meine Hunde (max. 3) laufen wenn sie frei sind so wie auch neben den Zweibeiner. Meine Pferde achten sehr auf die Hunde und würden nie drauftretet. Auch in vollen Galopp nicht. Ich hatte Eyra am Anfang einmal an der Schleppleien und Avalon ist im Galopp ausversehen auf die Leine getreten und Eyra kam zurückgespickt. Avalon hat sie sauber gesprungen und ausser das alle eine schreck hatten war nicht passiert. Avalon galoppiert jetzt immer leicht versetzt hinter den Hunden, so das er sie gut sieht, dann zieht er auch nicht. Wen wir rennen machen mit den Hunden dann sag ich Achtung, die Hunde links und recht an den Rand und Avalon braust dann los. und Eyra versucht neben dran zu bleiben. Avalon wartet dann meisten gnädig. Ich denke deine Zwei werden auch auf einander Rücksicht nehmen. Liebe Grüsse Chrigi
Leben ist das, was passiert, während Du eifrig dabei bist, andere Pläne zu machen. John Lennon
Hallo Chrigi, mit Schleppleine habe ich ähnliche Erfahrungen gemacht (allerdings mit einem anderen Hund damals), das ist tatsächlich zu gefährlich. Jélo geht an einer 3Meter-Leine mit und muss seitlich bleiben. Ich denke auch, dass mein Pferd auf Jèlo gut achtet (und umgekehrt) - wir sind fast täglich gemeinsam unterwegs. Meine Tochter reitet nicht so oft mit uns sondern eher mit anderen in einer Gruppe mit. Ihr Pferd ist sehr temperamentvoll und reagiert auch auf Hunde meist ängstlich - mit Jèlo (sofern der keinen Unsinn macht) geht es aber. Beim Reiten in der Gruppe mit anderen Pferden - gehen da deine Hunde auch frei mit? Bei fremden Pferden weiß man ja nicht, wie die reagieren, wenn ein Hund vornedrauss jagt? Ich war selbst vor Jahren mal mit einer Freundin ausreiten, deren Hund die Marotte hatte voraus zu rennen, umzukehren und mit Gebell wieder auf die Pferde zurückzurennen, dann wieder vor und zurück usw. Mein Pferd bleibt da cool - war nur anfänglich etwas irritiert deswegen. Aber da habe ich gemerkt, dass er keinesfalls ausweichen würde. Er würde zwar niemals absichtlich treten oder so was - aber er geht sein Ding und der andere muss weichen. Das ist sehr sein Naturell und hat auch Vorteile . Wie er sich mit Jèlo sortieren würde, müsste ich ausprobieren...möchte aber natürlich auch kein Risiko eingehen für den Kleinen. Ich staune immer wieder, welch hohes Tempo so ein Lagotto mitlaufen kann - da fliegen die Ohren und der Kleine ist glücklich. Viele Grüße, Dorothee
Hallo, muss von einem Mega-Aufsteller berichten Gestern hatten wir einen netten Ausritt in der Gruppe, Jelo ging angeleint am Pferde mit. Es war eine gute, allseits bekannte Strecke und wir verabredeten, nach einer bestimmten Kreuzung anzugaloppieren. Jelo und ich waren Abschluß der Gruppe. Bislang wollte mein Jel-chen in der Gruppe immer "die Nase ganz vorne" haben und konnte es gar nicht gut haben, dass andere voraussausten - vor allem nicht, wenn noch meine Tochter vorne draus weggaloppierte. Aber gestern, zum allerersten Mal hat er sich so gut auf mein Pferd konzentriert und so wunderbar dessen Höhe eingehalten, ohne Gezerre nach vorne, über die gesamte Galoppade, dass ich ganz hin- und weg war... In allerschönster Harmonie, Pferd und Hund nahezu synchron in der Bewegung - ein echter Genuß. Jelo hält lässig das Tempo mit und er ist ur-glücklich, so richtig rennen zu dürfen. Nach so einem Ausritt steigt er immer mit einem Gesichtsausdruck ins Auto, dass man ihn knutschen könnte - einfach ur-wohl, richtig müüüüüde und zufrieden. Ich glaube, dass ihn die Konzentration auf und die Arbeit am Pferd mental sehr gut auslasten. Er passt wirklich jede Sekunde auf beim Reiten - ein echter Schatz Das musste ich jetzt noch loswerden, gute Nacht, Dorothee
da kannst du aber auch wirklich stolz auf ihn, auf das Pferd und auch auf dich sein Ein gewissenhafter Aufbau und ein respektvoller Umgang zahlt sich aus, was man bei dir als Reiter/Hundgespann nun sieht. Gratuliere von ganzem zu diesem grossen Erfolg.
Denise
"wo kämen wir hin, wenn alle sagen: "wo kämen wir hin?", und niemand ginge einmal zu schauen, wohin man käme, wenn man ginge?" - Kurt Marti -